I.
In der Fontanestraße blühten die Erdbeeren. Nicht in den Gärten dieser Straße, denn solche hatte sie nicht; sie besaß auch keine Häuser, sie bestand nur aus einem Aushau durch einen Teil des Forstes dicht bei dem Bahnhofe Grunewald. An beiden Seiten dieses Aushaues ragten die Kiefern noch unversehrt, doch auf der sogenannten Straße zeigten sich nur noch die Stümpfe der geschlagenen Bäume in gelblichem Schimmer und geziert mit goldglänzenden Harztropfen. Dazwischen wuchs Gras und Kraut, und, wie schon gesagt worden ist, blühten die Erdbeeren. Es sah ganz hübsch aus, zumal wenn man diese Straße mit anderen Berliner Straßen verglich, die sich endlos, ohne jeden Baum und jedes Grün, dahinziehen, und deren himmelhohe Häuserwände in öder Maurermeisterarchitektur mit Gipsornamenten aus dem großen Vorratskasten und schwindsüchtigen Balkons bekleckst sind. Daß nun aber dieser lange abgeholzte Streifen eine Straße bedeuten sollte, und zwar die Fontanestraße, darüber konnte kein Zweifel sein, denn verschiedene auf Pfählen errichtete weiße Tafeln bezeugten dies durch ungemein deutliche Inschriften. Ich befand mich nämlich in der neuen Villenkolonie Grunewald und zwar in ihrem westlichsten Teile, der, wie die weiteren Namen Bettinastraße, Auerbachstraße u. s. w. bewiesen, einen durchaus litterarischen Charakter zur Schau trägt. Da ich nun auch ein Schriftsteller bin, so fühlte ich mich von