Drittes Buch
Unten auf dem feuchten Boden des Schachtes wimmelte es von spielenden Kindern. Sie hingen an dem untersten Holzwerk, gingen trällernd auf den Balken ringsherum, ein Schmalzbrot in der Hand, oder setzten sich platt nieder und scheuerten sich auf dem klebrigen Steinpflaster vorwärts. Die Luft hing rauh und naßkalt herein wie in einen alten Brunnen und hatte früh Rost über die kleinen Stimmen gelegt und die Gesichter mit Drüsenwunden bedeckt; aber aus dem Tonnengang, der nach der Gasse hinausführte, kam hin und wieder ein warmer Hauch von Duft und blühenden Bäumen – ganz hinten vom Wall her. »Bro-bro-brille« war ausgespielt, mit dem letzten Reiter, der in den schwarzen Kessel kam, und Hänsel und Gretel waren glücklich aus des blöden Vinzlevs Gang über den Kloakenrost in das Pfannkuchenhaus hineingeschlüpft, das wunderbarerweise auch Gitterstäbe vor der Tür hatte, durch die man sowohl ein Stück Holz als auch einen Kohlstock hindurchstecken konnte, damit die Hexe da hineinschnitt. Holzstücke und Kohlstöcke gab es reichlich in dem Kehrichtkasten neben dem Pfannkuchenhaus, und wer die Hexe war, das wußte man sehr wohl! Sie kam zuweilen aus dem Keller herausgestürzt und jagte die ganze Schar mit einer Feuerzange auseinander. Es war beinahe ein wenig zu natürlich: selbst der Pfannkuchengeruch kam von oben herabgeschwebt, wo die wohlhabenden Olsens wohnten – ein richtiges Märchen konnte