Pegasus
Jäger lieben es, mit ihren Hunden zu renommieren und ihre guten Eigenschaften in den Himmel zu heben. Auch das eine Art von Selbstüberhebung! Ohne Zweifel wird es so sein, daß es ebenso wie unter den Menschen auch unter den Hunden kluge und dumme gibt, begabte und unbegabte, ja sogar geniale Hunde und Originale; die Mannigfaltigkeit ihrer »physischen und geistigen Fähigkeiten«, ihres Gehabens, ihres Temperaments, steht der Mannigfaltigkeit nicht nach, die sich an der Menschenrasse wahrnehmen läßt. Man kann wohl ohne Übertreibung sagen, der Hund habe sich infolge des langen, noch in prähistorische Zeiten zurückreichenden Zusammenlebens mit dem Menschen sowohl im guten wie auch im schlechten Sinne des Wortes von ihm »anstecken« lassen: die normale Eigenart des Hundes hat sich ohne Zweifel abgewandelt und verändert, wie sich auch das Äußere des Hundes abgewandelt und verändert hat. Der Hund ist empfindlicher und nervöser geworden; er ist nicht mehr so langlebig; er ist aber auch intelligenter, aufnahmefähiger und klüger geworden; sein Horizont hat sich erweitert. Neid, Eifersucht, die Fähigkeit zur Freundschaft, verzweifelte Kühnheit, Ergebenheit bis zur Selbsthingabe, aber auch schmähliche Feigheit und Untreue, Mißtrauen, Rachsucht, wohl auch Gutmütigkeit, Verschlagenheit und Geradheit — kurz, all diese Eigenschaften lassen sich, und zwar mitunter in ausnehmender Prägnanz, an dem