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Pathenope oder Das Abenteuer in Neapel

Noch am Abend seiner Ankunft in Neapel ging der französische Artillerieleutnant François Renaudet zur Hafenkommandantur, um sich zu melden und Instruktionen über die Hafenbefestigungen entgegenzunehmen, die er hier leiten sollte, wie bisher in Gaeta. Er traf keinen Diensttuenden mehr, nur eine Gesellschaft von Infanterieoffizieren, die im Zimmer der Planzeichner müßig rauchten und plauderten, alles Franzosen. Seine erste Frage war, wie die Aussichten der neuen Neapolitaner Republik beschaffen seien und ob man den Feldzug heute als abgeschlossen betrachten könne. Die augenblickliche Lage, erfuhr er, könne als ruhig bezeichnet werden. Das während der ersten Okkupationstage vergossene Blut sei erstaunlich schnell verschmerzt worden. Aber alle Augenblicke stieße man wieder auf Anzeichen fortgesetzter Gärung, auf Umtriebe des Klerus und der ehemaligen königlichen Soldaten. Das Schwierige sei, daß niemand sagen könne, wem die eigentliche Masse des Volkes anhinge, jenen Verschwörern oder den Republikanern. Diese seien freilich gefügige Werkzeuge in der Hand Frankreichs, liebenswerte Idealisten, angenehme Gastfreunde, die ganze neapolitanische Intelligenz gehöre dazu, vor allem die zahlreichen Rechtsanwälte, dann die Kaufmannschaft, die Stadtnobilität und auch viele Personen vom hohen Adel, blendende, hochgebildete Frauen, edel-bescheidene Jünglinge; in Frankreich habe man so etwas nur

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