Chapter

I. Januar 1915

I. Januar 1915. Mein lieber Claude. Gestern habe ich mir im Dorf ein paar Schulhefte gekauft. Dahinein will ich für Dich Briefe schreiben, wenn ich Muße habe und an Paris denke. Ob Du sie je lesen wirst und wann und wo? Jetzt bin ich mit dreiunddreißig Jahren ein deutscher Rekrut. Auf dem leeren Feld zwischen Kanal und Fort mache ich in Reih und Glied Freiübungen. Nachts liege ich mit zwanzig Kameraden zusammen in Stube Nr. 107. Die ersten Nächte konnte ich nicht recht einschlafen in meinem hohen, heißen Oberbett. Das viele fremde Leben, das mit Atmen, Seufzen und Schnarchen auf mich eindrang, verschob, durchschnitt, übertrieb meine Gedanken. Die wenigen Minuten Schlaf begannen und endeten in heftigen Träumen, die mich beim Erwachen kaum verlassen wollten. In diesen Träumen bin ich immer in Paris. Ich stehe auf der Plattform des Autobus Opera-Montsouris. Unterwegs will ich absteigen bei dem Café, in dem die deutschen Freunde sitzen, oder an Deiner Ecke. Da sehe ich an mir herab und finde mich in deutscher Uniform. In der ersten Zeit war es der eng-harte blaue Rock mit den fettgeputzten Knöpfen, später der weitfaltige feldgraue. So darf ich mich doch vor den Kellnern nicht sehen lassen, so kann ich nicht an Deiner Pförtnerin, der guten Madame Thibaut, vorbei, deren Mann jetzt vielleicht gegen Deutschland im Feld steht! Auch habe ich nicht einmal umgeschnallt. Wenn mich ein

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.