Chapter

Die Hochzeit

In den mächtigen Räumen des Palais Bertolles, die seit zwanzig Jahren heute zum ersten Male wieder geöffnet waren, begann sich die Menge der Hochzeitsgäste zu zerstreuen. Nur am Büfett herrschte noch ein kleines Gedränge. Hierher hatte sich ein Teil der intimeren Bekannten zurückgezogen, um neue Kräfte zu sammeln, bevor man ins Bois fuhr. Sitzend knabberten die Damen an Obst oder Backwerk; die Herren standen plaudernd da. Die Unterhaltung drehte sich natürlich um die Braut. In ihrem Spitzenschleier, welcher über das üppige, schwarze Haar zurückgeschlagen war und ihrer Schönheit als herrlicher Rahmen diente, sah die Braut tatsächlich bezaubernd aus; hierin waren alle einig. Die Männer fanden sogar, daß sie zu schön sei. »Mir sind die weniger imposanten Schönheiten lieber,« erklärte ein sehr eleganter junger Mann. »Eine solche Frau würde ich mich niemals ins Bouffes-Theater zu führen getrauen. Und wenn der Mensch seine Frau nicht einmal ins Bouffes-Theater mitnehmen kann – – –« »Ich kenne ja deinen Geschmack! Dir würde eine der Töchter Polrey's passen. Heirate sie immerzu. Du kannst sie dreist ins Bouffes, ins Eden oder wo immer hinführen – dafür garantiere ich dir.« »Die Braut weiß wirklich reizend zu lächeln,« sprach eine friedfertige, ältliche Dame. »Ich gebe ja auch zu, daß sie reizend ist: wenn sie lächelt, scheint sie eine ganz andere zu sein.« »Und gelächelt hat sie

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