Chapter

Vorwort

Die zehn Erzählungen, welche hier unter dem Titel »Paris« vereinigt wurden, gehen auf Erlebnisse des Verfassers zurück. Dieses Buch ist niemals geplant gewesen. Eines Tages war es da: geboren aus jenem unaufhaltsam-freudigen Drang zum Formen, der jeden Dichter beseelt. Der Stoff »Paris« ist um so unerschöpflicher, als das natürliche Wesen der Stadt immer noch alten und immer wieder neuen Mißdeutungen ausgesetzt ist. So also geht es für den gewissenhaften Künstler vor allem darum, die Dinge in ihrer unverfälschten Gestalt zu sehen und wiederzugeben. Das Wort muß in der Sache selber untergehen. Paris verlangt, »primitiv«, das heißt schmucklos dargestellt zu werden. Es verschmäht Zutaten, weil es ihrer nicht bedarf. Yvoire, September 1938 Du großes Herz, nun bist auch du gegangen, Und wirst nie mehr bei meinen Brücken schlafen … Seit du sie sahst, hielt dich Paris gefangen … Von wo du kamst blühn Palmen und Agaven … Alles vergaßest du – und bliebst verfallen … Solang du fremd warst, war dein Leben reich, Du zähltest nie dein Gold und schenktest allen, Doch schließlich unterlagst du dem Vergleich. Die Freunde gingen – die Beschenkten schwiegen, Du wurdest ärmer als die zu dir kamen, Doch konnte dich die Armut nicht besiegen: »Pauvre Mathilde«: mit diesem letzten Namen Gingst du durch fünfzehn lange Jahre betteln Und gabst noch immer deinen letzten Sou Den Allerärmsten: Lahmen,

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