Erstes Buch
Draußen der Sonnenschein auf den abgeernteten Feldern – noch standen überall die Ährenschober wie Termitenhügel des ländlichen Ameisenfleißes – und welke Feldblumen, dunkelroter Mohn und blaue Cyanen blickten kläglich zwischen den Kornähren hervor. Wie schimmerte der Fluß, der zwischen Weidenstumpfen auf dem einen Ufer und einer stattlichen Allee von Silberpappeln auf dem anderen mit seiner stillen Flut dahinzog – und über den Wipfeln des fernen Waldes lag's wie in einem Lichtgewölk gesammelter Sonnenschein. Die Fenster des Gutshofs auf der Höhe funkelten und die Fenster des Dorfes im Tal blieben die Antwort nicht schuldig – es war wie eine Illumination zu Ehren des Hochsommers, der über diese Felder und über die schwer mit Obst beladenen Bäume sein Füllhorn ausgeschüttet. Draußen der Sonnenschein – doch im Gutshof selbst herrschte böses Wetter. Wolken lagen auf der Stirn der Herrin und Gebieterin und schwer ruhte ihre Hand auf den Knechten und Mägden. Alle duckten sich und krochen in die Winkel, selbst der Hofhund, mit den Ketten rasselnd, versteckte sich in der Hundehütte; 4 die Tauben guckten verschüchtert aus dem Taubenschlag hervor – nur der Stier brüllte im Stall, froh seiner schwer zu bändigenden Kraft, fremder Tyrannei trotzig die breite, mit den Hörnern bewaffnete Stirn bietend und der Truthahn ließ seine Eicheln und Runkelrübenblätter im Stich, blähte sich auf,