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Vorwort.

Die thalmudischen Bücher (worunter wir nicht allein den eigentlich so benannten Thalmud, sondern auch alle Sammlungen der Midraschim begreifen) bilden ein Document, das, in Hinsicht der ganz eigenthümlichen Entstehung und Natur desselben, in keinem andern religionswissenschaftlichen, oder literarischen Werke irgend eines Volkes der alten und neuen Zeit ein Gegenstück hat. Daher kommt es, daß ohne die Kenntniß dieser Entstehung und Natur ein jedes Urtheil über dieselben willkührlich und falsch bleiben würde und immer bleiben wird. Diese Arbeit, die wir dem Leser vorlegen, ist eine Blumenlese aus eben diesen immensen Folianten, die wir in eine gewisse Ordnung und in eine, dem modernen Geschmacke mehr entsprechende, obwohl im Geiste und im Wesen dem Originale getreue Form zu bringen gesucht haben, eine nicht casuistische oder gesetzliche, sondern lediglich moralische und literarische Blumenlese. Aber damit man aus derselben einige nützliche Urtheile über die Menschen und Sitten jener Zeiten ziehen könne, ist es nöthig, wenigstens summarisch, den Ursprung und die Beschaffenheit der Original-Sammlungen darzustellen. Die thalmudischen Bücher umfassen die Urtheile, die Erkenntnisse, die Gedanken, das Leben von fast mehr als acht Jahrhunderten, nämlich von drei Jahrhunderten vor der gewöhnlichen Zeitrechnung bis zum sechsten Jahrhunderte derselben. Es sind ungefähr dreißig Generationen

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