1. Ueber die Berge mit Ungestüm!
Ueber die Berge mit Ungestüm! Wanderschaft! Wanderschaft! – Wem, der dich Einmal gekostet hat, geht nicht das Herz auf in frischer, fröhlicher Erinnerung! Die Straßen führen über Berg und Thal, weithin in alle Welt; durchfliegen möchte sie das Herz in ungestümer Lust, aufsteigen wie die Lerche ins ewige Blau des Himmels. Die ernsten Berge locken vielversprechend empor, die heitern Thäler, glänzend in der Thaufrische des Morgens, winken herab; Dörfer und Städtchen dehnen sich behaglich im Sonnenschein; Wiesen, Satenstreifen und das weite Land verschwimmen in träumerischer Ferne. Es duftet der Wald, die Wipfel rauschen wie belebt, und jede Haideblume am Bergeshang kündet buntes jugendliches Leben. – Heda, Wandersmann, wohin geht die Reise? – Dort hinab in's Thal, wo zwischen Obstbäumen und Fliedergesträuch die roten Dächer schimmern. Da hab ich meine Herberge zu Nacht. – Wohl denn, nimm meinen Wandergruß, so gehen wir mitsammen! – Da fängt Einer an sein Leibstück zu singen, gleich sind die andern Kehlen mit gestimmt. Freier und lebendiger klingen die Lieder, wenn sie herausklingen in die frische Eichenluft, in den jauchzenden Wiederhall grün geschmückter Thäler, sorgenlos geboren, sorgenlos mit luftigem Flügelschlag sich dahinschwingend. So tanzen leicht und lebendig die Stunden vorüber, und sinkt die Dämmrung nieder, dann gehen goldne Sterne auf, und bekränzte Kinder des Traums