I.
Bei Einbruch der Dunkelheit feierte man Anfang April im Weiler Baldovinesti, etwa fünf Kilometer von Braila, den ersten Tag der Auferstehung des Herrn. In allen Höfen entzündeten die Bauern Garben dürren Schilfs; überall ertönten Freudenschüsse, eine ländliche Huldigung der Rechtgläubigen zum Gedächtnis dessen, der der beste aller Menschen war. In der Hütte von Onkel Dimi – dem Jüngsten der Familie – hatte sich Mutter Zoïtza eingefunden, die älteste Schwester der vier Brüder, die mit ihrem einzigen Sohn Adrian, einem Burschen von achtzehn Jahren, aus der Stadt gekommen war, um hier die drei Ostertage zu verbringen. Sie war einige Monate, nachdem sie ihr Kind in die Welt gesetzt hatte, Witwe geworden, hatte sich nicht wieder verheiratet und lebte von ihrer Hände Arbeit. Es war nicht viel Platz bei Dimi. Der arme Bauer sah sich trotz seiner Jugend schon von einer zahlreichen Familie umgeben, aber die gute Schwester begnügte sich mit einer Ecke des Zimmers, während Adrian, glücklich über jede Abwechslung, ohne Umstände mit dem Onkel auf dem Heuboden schlief, vergnügt dessen Geschichten anhörte und ihm solche aus der Stadt erzählte. Zuweilen wunderte sich Adrian über diese Lebensweise: »Du schläfst auf dem Heuboden und deine Frau bei den Kindern: das ist kein Leben! …« »Muß schon sein, mein Bester; sonst, ja – wie soll ich dir das sagen? Sonst kommen die Kinder zu schnell …« »Das