XXIX. Wo der Abbé faßt wirklich ein Narr wird
XXIX. Wo der Abbé faßt wirklich ein Narr wird. Der Abbé zeigte sich im höchsten Maße erschrocken bei der Ankunft von Banniére; trotz seiner schlechten Augen entging ihm die Verstörtheit dieses Gesichtes nicht, und er sah den Sturm vorher, der ausbrechen würde. Er hatte nicht Zeit, seine Worte zu erklären. »Herr Abbé sagte Banniére, der kaum artikulieren konnte, dergestalt hatte ihn der Zorn mit seiner eisernen Hand an der Gurgel gepackt, »erinnern Sie sich, daß ich Ihnen schon einmal eine Guitarre auf den Schultern zerschlagen Habe!« Der Abbé knirschte bei dieser Erinnerung mit den Zähnen. »Ja, nicht wahr?« fuhr Banniére fort, »und Sie waren doch nur des Frevels schuldig, daß Sie diese Dame mehr oder weniger schlechte Musik hatten hören lassen.« »Mein Herr!« »Beruhigen Sie sich, oder vielmehr halten Sie Ihren Zorn zurück, ich will ihm sogleich Gelegenheit geben, hervorzutreten. Diesmal, Herr Abbé, ist es nicht Musik, was Sie Olympia anzuhören genöthigt haben, sondern eine Beleidigung.« »Eine Beleidigung!« »Ja, eine wirkliche, eine vollständige, eine wahre Beleidigung. Oh! ich habe Alles gehört.« Der Abbé stemmte seine Faust in seine Seite wie ein Reiter. »So ist es, wenn man an den Thüren horcht,« sagte er. »Madame weiß wohl, daß ich nicht an der Thüre horchte, da ich ins Theater gegangen war, um ihr Bericht über die Art zu erstatten, wie die Catalane eine neue Rolle spielte.