Chapter

Erstes Kapitel

Er nahm den Zügel straffer und versetzte dem schnaubenden Gaul einen Hieb mit der Reitpeitsche. Das Tier zuckte zusammen, bewegte aber keinen Huf, stierte mit vorgequollenen Augen auf die grauen Tümpel des Sumpfbodens und fing zu zittern an. Dem jungen Reiter brannte der Zorn im Gesicht. Wieder hob er die Peitsche. Doch er schlug nicht, ließ die Gerte sinken und schob sie hinter den Ledergürtel. Während er unter beruhigendem Zureden dem Pferde den Hals tätschelte, sah er prüfend an dem Tier hinunter. Der schlanke Pongauer Rappe hatte ein reichlich Teil seiner glänzenden Schwärze eingebüßt. Die Beine waren bis an den Bauch herauf in das Grau des zähen Schlammes gewickelt, durch den der Weg des Tieres gegangen war. Die Hand auf die Kuppe des Pferdes stützend, sah der Reiter hinter sich. Zwischen Moosbüscheln konnte er auf eine weite Strecke, bis hinüber zum Waldsaum, die Spuren seines Rittes gewahren, diese tiefen, schon mit Wasser vollgelaufenen Stapfen des Pferdes. Die fernsten dieser kreisrunden Wasserlöcher glänzten in der späten Sonne des Sommertages wie blanke Goldstücke. Umkehren? Der Reiter schüttelte den Kopf. Er guckte über die unruhig bewegten Ohren des Pferdes hinüber. Da vorne war der Boden nicht besser als da hinten. Aber nur vierzig, fünfzig feste Sprünge müßte der Pongauer machen, dann wäre der gute, grüne Almboden da! Und wie zum Hohn für den ratlosen Reiter

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