Über die Alhambra
So aber soll der Mensch, wie hier geschaffen ist, schaffen. Kein Ödfleck. Kein toter Punkt. (Robert Schumann hat's gewußt, als er sprach: »Schreibe, daß beim Schreiben jede Note dich packt« ...) Über die Alhambra. I Im Frühling des Jahres 1923 fuhr ich nach Spanien. Zum vierten Mal. So entstanden diese Blätter. Daran hängt Seelenluft oder Sinnlichkeit eines kaum halb entdeckten Fabel-Landes. (Und mein Herz.) II Es leben in diesem Buch die Maler, die Dome, die Stiere, die Mauren – und der Wein, der Wein, der Wein. Ich empfand mit den Stieren: weil man sie quält. Mit den Mauren: weil sie fremd und hochstehend sind. Mit den Cataloniern: weil sie Zukunft bedeuten. Mit allen Spaniern sonst: weil ihr Geheg von Wundern starrt. Ich schuf ein wahres, nicht ein gelecktes Bild. III In meinem Werk »Die Welt im Licht« sagt ein Satz über irgendwelche schlafenden, herrlichen, betagten Striche Deutschlands: »Man ist in eine Welt voll Altbewahrheit versetzt. Ich behaupte nicht, solcher Zustand sei der wünschenswerte: doch für einen Tag ist er wünschenswert.« Ich war in Spanien einen Tag, einen wunderbaren, meines Lebens. IV Ein heutiger Mensch bin ich; und Spanien ist kein heutiges Land: also woher mein Entzücken? Es gibt offenbar Dinge, die ich nicht vertreten kann – aber deren Dasein mir lieb ist. (Sie seien sehr voraus. Oder sehr zurück.) Ein Beispiel. Ich möchte nicht getan haben, was die