Die Architekten
Sie nannten sich nicht — sie hatten keine Namen, keine Sprache im menschlichen Sinne, keine Körper, die man hätte beschreiben können. Und doch kommunizierten sie mit Lena, in einer Weise, die jenseits von Worten lag: direkte Übertragung von Konzepten, Bildern, Zusammenhängen, die sich in ihrem Geist entfalteten wie Origami-Figuren, die sich selbst falten. Die Architekten, wie Lena sie für sich nannte, waren die Erbauer der Strukturen — und, wie sie langsam verstand, die Erbauer von allem.
Das Universum, so erfuhr sie, war ein Entwurf. Nicht im religiösen Sinne, nicht das Werk eines Gottes, sondern ein Projekt — ein Experiment in selbstorganisierender Komplexität, entworfen von Wesen, die in einer Realität existierten, die dem menschlichen Verstand so fremd war wie Farbe einem Blinden. Die Architekten beobachteten, dokumentierten, justiertem gelegentlich nach. Die Naturgesetze, die Lena ihr ganzes Leben lang studiert hatte, waren Parameter, einstellbar, veränderlich, Entscheidungen.
Lena verbrachte, was sich wie Tage anfühlte, in der blauen Weite, obwohl Zeit hier eine andere Bedeutung hatte — oder gar keine. Als sie schließlich zur Kopernikus zurückkehrte und den Nullpunkt in umgekehrter Richtung durchquerte, waren auf der Prometheus dreiundsechzig Minuten vergangen. Die Besatzung empfing sie mit ungläubigen Gesichtern. Lena trug das Wissen der Architekten in sich, ein