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Der Abbé Jérôme Coignard

Der Herr Abbé Jérôme Coignard war Professor der Beredsamkeit am Colleg von Beauvais, Bibliothekar des Herrn Bischofs von Séez, Sagiensis episcopi bibliothecarius solertissimus, wie seine Grabschrift besagt, später Schreiber am Beinhaus Saint-Innocent und zuletzt Konservator der Astaraciana, jener Königin der Bibliotheken, deren Untergang ewig zu beklagen ist. Er wurde auf der Straße nach Lyon von einem kabbalistischen Juden namens Mosaides ermordet (Judaea manu nefandissima) und hinterließ mehrere unvollendete Werke und die Erinnerung an schöne vertraute Gespräche. Ich brauche sein Leben hier nicht von neuem zu schildern. Alle Umstände seines eigenartigen Daseins und seines tragischen Todes sind uns berichtet von seinem Schüler Jacques Ménétrier mit dem Beinamen Tournebroche, das ist »Bratenwender«, denn er war der Sohn eines Garkochs in der Rue Saint-Jacques. Dieser Tournebroche, der ihn seinen teuren Lehrer zu nennen pflegte, bezeigte ihm lebhafte und zärtliche Bewunderung. »Er war«, sagte er, »der liebenswürdigste Geist, der je auf Erden erblüht ist." Mit Treue und Bescheidenheit verfaßte er die Memoiren des Herrn Abbé Coignard, der in diesem Werke weiterlebt, wie Sokrates in den Memorabilien des Xenophon. Aufmerksam, gewissenhaft und wohlmeinend, entwarf er ein lebensvolles Bild von ihm, das von liebender Treue erfüllt ist, ein Werk, bei dem man an die Bilder des Erasmus

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