Nordleute
Die Kajüte achteraus liegt zur Hälfte unter der Wasserlinie. Ein kleiner Raum von einigen Kvartmetern Fläche. Sechs Männer schlafen darin, hocken beim Essen mit gewinkelten Armen um den kleinen Eichentisch herum. Bleibt kaum Platz, den Priem in die Ecke zu spucken, bevor sie zu den holzgeschnitzten Löffeln greifen, die seit Jahrzehnten zu dem Bestand des »Polarwolf« gehören; genau wie die Eichenplanken, die den Bootsleib umspannen, oder etwa der hohe Vormast, an dessen Top die Ausgucktonne hin und her pendelt. Sechs Männer, die seit vielen Jahren den »Polarwolf« unter Eis gefahren haben, zu Beginn der Fangreise ohne viele Worte ihre Spritgläser zusammenstießen und sich mit kärglichen Worten viel Glück im Eis und eine gute Heimkehr wünschten. Es war immer Sitte gewesen, so lange sie zurückdachten, daß der erste Harpunier danach sich die Pelzmütze über die Ohren stülpte, bedächtig sich die Handschuhe überstreifte und zuletzt die vergilbte und zerknitterte Seekarte hinter dem Wandspiegel hervorholte. Jahr für Jahr hatten die anderen dann seine eisenbeschlagenen Stiefel die Kajüttreppe hinaufpoltern hören, weiter – zur Brücke, wo er während des Aussteuerns aus dem And-Fjord die Wache übernahm. Heute wie immer! »Ja, – gute Wacht!« brummt der Schiffer. »Gute Wacht«, sagt einer nach dem andern. Jeder nickt mit dem Kopf dazu und Ragnar Hoel streicht sich übers Haar, rückt ein wenig auf