Kapitel 1
Das Speisehaus – ein Name, der uns jetzt so gemein klingt – war zur Zeit Jakobs eine neue Einrichtung, und sein Besuch gehörte damals eben so sehr zum hohen Tone der vornehmen jungen Welt, wie heutzutage die Theilnahme an Clubs ersten Ranges. Sein Hauptunterschied von diesen bestand darin, daß es für alle Diejenigen offen stand, welche fein gekleidet, und nicht blöde waren. Die Gesellschaft speisete gewöhnlich zusammen zu einer bestimmten Stunde, und der Unternehmer der Anstalt führte dabei den Vorsitz. Monsieur le Chevalier S. Priest de Beaujeu (wie er sich selber titulirte) war ein dürrer, etwa sechzigjähriger Gascogner, seiner Angabe nach genöthigt, sein Vaterland zu meiden, weil er in einer Ehrensache das Unglück gehabt hatte, seinen Gegner, den besten Fechter in Südfrankreich, zu tödten. Seine Ansprüche auf Rang trug er zur Schau in einem Federhute, einem langen Rappier, einem etwas abgetragenen Anzug von gesticktem Taffet, nach der Pariser Hofmode, so daß an ihm wie an einem Maibaum unzählige Schleifen flatterten, welche, wie berechnet war, zusammen fünfhundert Ellen Band bildeten. Ungeachtet dieses Ueberreichthums von Schmuck meinten doch Viele, der Chevalier sei so ganz für sein jetziges Geschäft gemacht, daß es dem Schicksal nie habe einfallen können, ihn einen Zoll höher zu stellen. Für Lord Dalgarno und andere junge Leute von Stande gehörte es mit zu den