1. Kapitel
Brüllend rang das Meer gegen die Klippen, die in einem Bogen dem Dörfchen Berville vorgelagert sind, und von denen aus die Fischer bei freundlicher See gern ihre Beute ans Land booten. Kohlschwarz war der Himmel und gespenstisch von zahllosen Wolkenschiffen, die der Westwind steuerte. In immer kürzeren Pausen flatterten fahle Blitze her – die riesigen Segel eines Sturms, der von Englands Küste über den Kanal fegte. Nun schauerte auch schon ein Regen hernieder, ein schwerer, eisiger, und war mit solchen Graupeln untermischt, daß er wie ein metallischer Hagel peitschte. – Ganz schattenhaft nur war auf einem Geißpfad der steil abfallenden Küste eine menschliche Gestalt zu unterscheiden; jetzt blieb sie stehen, und jetzt – stand sie geblendet von dem grellen Zickzacklicht, das all die Dunkelheiten erleuchtete. Für einen Augenblick war alles rings weißlich erhellt: das Meer, der Strand, die Klippen und die Felsen. Und eine gute halbe Meile dort draußen – kreuzte dort nicht ein kleines Fahrzeug im Untersegel? Für die Dauer dieses Blitzes war auch jener Mann deutlich zu erkennen gewesen. In seiner bäuerischen Kleidung: eine wollene Mütze auf, die er bis über die Ohren herabgezogen hatte, und in einem ziegenhärenen Schäfermantel. Er trug einen kurzen Reiterkarabiner umgehängt ... aber dann herrschte auch schon wieder tiefstes Dunkel. – In dieser Finsternis nahm der Mann friedlich