Vorwort des Übersetzers
Der nachfolgenden Uebersetzung des Neuen Organon liegt der lateinische Text nach der Ausgabe von Spedding und Ellis, London 1857, zu Grunde, welche an Genauigkeit und Sorgfalt alle früheren übertrifft. An deutschen Uebersetzungen sind bereits eine von Bartholdy von 1793 und eine von Brück von 1830 vorhanden, von denen die erstere die bessere, aber unvollendet geblieben ist und nur den ersten Theil des Organon enthält. Jede Uebersetzung von Baco's Organon hat ihre eigenthümlichen Schwierigkeiten. Der Stil Baco's ist auf der einen Seite von prägnanter Kürze und auf der andern mit Pleonasmen überladen. Der Ausdruck ist meist hart und gleicht dem knorrigen Astwerk einer mächtigen Eiche in Starrheit und Steifheit, wie in Festigkeit und Kernhaftigkeit. Diese starre, eckige Form verletzt im Anfange, allein der reiche, gedankenvolle Inhalt versöhnt schnell damit und lässt über den tüchtigen Kern die grobe Schale vergessen, ja sie lieb gewinnen. Eine gute Uebersetzung hat deshalb diese Form nicht blos zu schonen, sondern deren knorrige und harte Weise so weit als möglich in das Deutsche zu übernehmen, denn sie gehört nicht dem Genius der lateinischen Sprache, sondern dem Genius des Autors an, der dieselbe Form auch in seiner Muttersprache festhält. In dieser Richtung dürfte der wesentliche Unterschied der hier gebotenen Uebersetzung von den früheren enthalten sein. Der Leser möge