Die Abtrunnigen
Wir haben uns der argen Gewohnheit ergeben, uns gegenseitig zu hassen, zu verfolgen und wo möglich zu vertilgen, sobald unsere Ansichten über Land und Leute sich nicht im Einklang finden. Das thut nicht nur die Menge, welche nicht weiter sieht, als ihre Nase reicht, sondern auch die Schaar der Begabten und Berufenen. Nur wenige Erkorene vergessen nicht das Ziel über dem Wege. Und was ist das Ziel? Das Ziel eines redlichen Strebens sollte seyn, das bürgerliche Gemeinwesen dergestalt zu ordnen, daß in möglichst bedeutendem Umfang geistige Bildung, leiblicher Wohlstand und gute Sitte sich feststellen, wodurch das vernünftige Maß von Freiheit, der ungehemmte Gang der Gerechtigkeit sich schier von selber ergeben würden. Doch daran denken die wenigsten; sie schlagen eben mit Stuhlbeinen aufeinander los und lassen im Uebrigen Gott einen guten Mann seyn. Zu allem Glück ist auch die Güte des himmlischen Vaters unerschöpflich, und sie wird uns durch Nacht zum Lichte führen, wie sie unsere Vater nicht verlassen hat. Unsere Väter nämlich, müßt ihr wissen, schlugen und hackten gerade so aufeinander los wie wir, nur um anderer Ursach’ willen. Sie kümmerten sich nicht sonderlich darum, ob einer das unumschränkte Königthum oder die Form eines Freistaates für besser hielt, und von Verfassungen im Sinn unserer Anschauungen wußten sie nichts; so aber vom Weg zum Himmel die Rede war, da schwoll