Chapter

Die Höhle des Propheten in der Martergasse

Der Hauptmann Klingen hatte in der That den Degen mit der Feder vertauscht und war der Redacteur des »Propheten« geworden, jenes, unter den Auspicien des Museendirectors gegründeten Blattes, welches gleich bei seinem ersten Erscheinen ein so großes Aufsehen hervorrief... Es war in den spätern Nachmittagsstunden desselben Märztags, dessen Morgen wir im Garten des Geheimeraths von Olbers verlebten. Klingen saß allein auf einem Sessel mit Rohrgeflechte und niedriger Rücklehne in dem Redactionsbüreau des Propheten. Das Haus, in welchem sich auch zugleich die Druckerei des Blattes befand, lag in einer engen, düsteren Straße, in welche die steilen Giebel nur selten einen Sonnenstrahl fallen ließen. Die Straße gehörte zu dem ältesten Theil der Hauptstadt und die hohen, grauen Fronten mit den hervorspringenden Erkern, dem Schnörkelwerk und den breiten, thorähnlichen Hausthüren von dunklem Eichenholz gaben ihr ein durchaus mittelalterliches Gepräge. Dazu noch die Einsamkeit und Stille, die grell abstach gegen des lebendige, vielgestaltige Treiben des Verkehrs in den neueren Stadttheilen... In den alten, hohen Häusern dieser finstern, dumpfigen Straßen, zwischen deren feuchtem Pflaster Gras hervorwuchs, wohnten meist ältere, einzelne Leute, pensionirte Beamte aus dem Junggesellenstand, welche den Rest ihres Lebens, der geringen Miethe wegen, hier zubrachten... Selbst der Name der Straße

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