Erstes Kapitel
Ein zarter, güldener Metallrand steigt im Osten empor, dort, wo die Sonne aufgeht. Die Stadt beginnt zu erwachen; hier und da wird schon das ferne Rollen der Karren vernehmbar, die vom Lande herein in die Straßen kommen, große, schwere Bauernkarren voll Marktwaren, Heu und Schlachtvieh und Klafterholz. Und diese Karren machen ziemlich viel Geräusch, denn während der Nacht überfriert das Straßenpflaster immer noch ein wenig. Es ist gegen Ende März. Am Hafen ist nicht der leiseste Lärm vernehmbar. Hin und wieder sieht man auf einem Schiffsverdeck einen schläfrigen Matrosen; aus den Kombüsen steigt Rauch auf; die Schiffer strecken halbbekleidet den Kopf aus den Kajütendächern hervor und lugen nach dem Wetter aus, während die See völlig still daliegt und die Gangspille ruhen. Dann wird die erste Speichertür geöffnet. Im Raum unterscheidet man hohe Stapel von Kisten und Säcken, Matten und Tonnen; Menschen schaffen mit Tauen und Schiebkarren, sie sind nur halb erwacht und gähnen mit weit offenen bärtigen Mündern. Und die Prahme legen an den Quais an; man beginnt Waren zu hissen und zu schleppen, sie auf Wagen zu laden und die dann fortzuziehen. In den Straßen wird eine Tür nach der andern geöffnet, Vorhänge werden aufgezogen, junge Lehrlinge fegen die Läden aus und schlagen den Staub von den Ladentischen; bei der Firma H. Henriksen sitzt der Sohn schon am Pult und sieht die