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Einleitung

Leibniz' »Nouveaux Essais sur l'entendement humain« bilden innerhalb des literarischen Ganzen von Leibniz' Werken die Hauptquelle für die Kenntnis seiner Philosophie. An allgemeiner Verbreitung und an geschichtlicher Fortwirkung steht nur die Theodicee diesem Werke gleich: aber während in dieser der philosophische Gedanke überall durch äußere Rücksichten und durch die exoterische Form der Darstellung gebunden bleibt, scheint sich hier zum erstenmal der eigentlich esoterische Gehalt von Leibniz' Lehre frei und umfassend vor uns zu entfalten. Kein Gebiet von Leibniz' allumspannenden geistigen Bestrebungen ist außer acht geblieben; und alle ordnen sich dem einen beherrschenden Gesichtspunkt: der Frage nach dem Ursprung und der Gültigkeit unserer Erkenntnis unter. Wenn irgendwo, so muß es sich hier entscheiden, ob die Leibnizische Philosophie das wesentliche Ziel erreicht hat, das sie selbst sich von ihren ersten Anfängen an gestellt hat, – ob sie zur geschlossenen und vollendeten Einheit des Systems gereift ist. In der Tat hat man, im Studium der Leibnizischen Philosophie, dem Werke von jeher diese Bedeutung beigemessen. Seit es – fast fünfzig Jahre nach Leibniz' Tode – in der Raspeschen Sammlung zuerst hervortrat Oeüvres philosophiques latines et françaises de feu Mr. Leibniz, tirées de ses manuscrits qui se conservent dans la bibliothèque Royale de Hannover et publiéés par R. E.

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