Chapter

Von den Worten oder der Sprache im allgemeinen

§ 1. Philal. Da Gott den Menschen zu einem geselligen Geschöpf bestimmt hat, hat er ihm nicht nur den Wunsch gegeben und ihn in die Notwendigkeit versetzt, mit seinesgleichen zu leben, sondern ihm auch das Vermögen der Sprache verliehen, die das große Hilfsmittel und das gemeinsame Band dieser Gesellschaft sein sollte. Das ist der Ursprung der Worte, welche dazu dienen, die Ideen zu vertreten und sogar zu erklären. Theoph. Ich freue mich, daß Sie nicht der Ansicht des Hobbes sind, der nicht zugeben wollte, daß der Mensch für die Gesellschaft gemacht sei, indem er sich vorstellte, daß man nur durch die Notwendigkeit und durch die Bosheit von seinesgleichen dazu gezwungen worden sei Eine eingehende Kritik von Hobbes' Staatstheorie hat Leibniz in seiner Abhandlung »Méditation sur la notion commune de la justice« gegeben; s. Band II, S. 506 ff.. Er erwog aber nicht, daß die besten von jeder Bosheit freien Menschen sich, um ihren Zweck besser zu erreichen, vereinigen würden, wie die Vögel sich zusammenscharen, um in Gesellschaft besser zu reisen, und wie die Biber sich zu Hunderten vereinigen, um große Dämme zu bauen, was eine kleine Zahl dieser Tiere nicht zustande bringen könnte; und diese Dämme sind ihnen nötig, um Wasserbehälter oder kleine Seen anzulegen, in denen sie ihre Hütten erbauen und Fische fangen, von denen sie sich nähren. Dies ist der Grund der Geselligkeit der

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