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Erster Teil

Für den bedeutendsten Großgrundbesitzer des Kleinstaates gilt Ottfried Edel. Im bunten Wechsel von Fruchtfeldern, Weinbergen und Wiesen, dehnen sich weithin seine Güter. Auch die bewaldeten Höhen der westlichen Berge gehören ihm. Dieses große Besitzthum der Familie Edel war die Errungenschaft einsichtsvoller und tüchtiger Bewirthschaftung von Jahrhunderten, gegenwärtig zu Dreiviertel in Ottfrieds Hand vereinigt. Das letzte Viertel gehört Friedrich Edel, einem Neffen Ottfrieds, der in früher Kindheit als Doppelwaise in sein Haus gekommen, – jetzt zu einem siebenundzwanzigjährigen Manne und vorzüglichen Landwirth herangewachsen. Eine Gruppe stattlicher Gebäude, auf sanfter Anhöhe gelegen, bildet den Stammsitz der Familie. Das Wohnhaus ist ein langgestreckter, dreistöckiger Bau, mit alterthümlichen Giebeln und Erkern, im Style des XV. Jahrhunderts. Seine Fronte geht nach dem nahen Wiesenthal, das ein munterer Bach hastigen Laufes durcheilt, und bietet die Aussicht auf eine gesegnete Landschaft, mit Dörfern und Weilern besät, bis in der Ferne hohe Berge den Gesichtskreis abschließen. An das Wohnhaus reihen sich in länglichem Viereck die Oekonomiegebäude, Stallungen und Scheuern mit sehr hohen Dächern. Alles zusammen umschließt einen weitgedehnten Hof, in dessen Mitte ein laufender Brunnen sein klares Wasser in ein ungeheueres Steinbecken gießt. Ein munteres Hühnervolk verschiedener

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