Chapter

Erinnerung

Meine Gedanken schweifen nach jenen Jugendtagen zurück; aber nicht wie vor dem inneren Blick dessen, der vom Leben Abschied nimmt, erhebt sich auf fahlem Boden als ein starrendes Nebeneinander das vielfältig nacheinander Erlebte, sondern ich lande in einem geisterhaften Raum, in dessen dunkelglänzender Fülle die Seele badet. Der Raum ist mit der Kühnheit des Traumes herrlich gestaltet, ohne daß er irgendein Gerät enthielte; ja nur ungefähr sind seine Wände angedeutet als ein Etwas, das sein geräumiges Innen von einem mit düsterem Glanz hereindrohenden Außen trennt. Den Raum erfüllt eine Menge; aber es ist die Menge des Traumes, welche der Zahl spottet. Vielleicht sind es ihrer nicht allzu viele. Wer weiß auch, ob es durchaus sterbliche Wesen sind, deren Gegenwart dieses gedämpfte harmonische Durcheinanderwogen bildet, oder ob nicht seine eigenen Emanationen gleich abgelösten Spiegelbildern mit dem einzelnen Gast wandeln und durch die Gegenwart dieser Genien jene eigentümlich reichen Gruppen entstehen, gleich Bündeln von Masken, Garben farbigen Wassers oder erleuchteten Kandelabern, von deren Anblick dem Auge in diesem Raum so wohl wird. Ich erkenne manchen; aber nicht auf ganz irdische Weise; und ich kann nicht sagen, daß ein Wesen in diesem Raum mir völlig fremd wäre. Ein Fetzen ihrer Unterredungen, der mir am Ohr vorbeifliegt, genügt, mich alles wissen zu lassen. Ihre

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