Chapter

Kapitel 1

Es war in einer Juninacht. Tagsüber hatte eine starke Hitze geherrscht und gegen Abend bildeten sich schwarze Gewitterwolken am Himmel, die sich mehr und mehr zusammenballten. Dennoch brach das Wetter nicht los. Ein starker Wind trieb die Wolken von Zeit zu Zeit auseinander, so daß die Mondstrahlen auf die Erde fielen, doch waren dies nur seltene Momente. Meist lag tiefe Finsternis über dem Forst, der schmalen Straße, die an dem Waldrand entlang und an einigen, einzeln stehenden Besitzungen vorüber, nach dem Städtchen Wilberg führte. Nur ganz wenige Personen betraten um diese Zeit noch den Weg, der nach dem Wald und durch diesen nach dem Dorf Steinbach führte. Wer aber dort etwas zu schaffen hatte, tat es bei Tage, oder doch ehe völlige Dunkelheit hereinbrach, denn der Forst besaß eine Ausdehnung von zwei Stunden und war stark verwildert. Zudem wußte jedermann, daß es in der Nähe der gelben Steinbrüche, die sich dort befanden, eine Persönlichkeit gab, der man bei Tag nicht gern begegnete, noch viel weniger in dunkler Nacht. Es schlug zehn Uhr von dem alten Turm der Martinskirche und kaum waren die dumpfen Schläge verklungen, so ertönte ein hastiger Schritt. Allem Anschein nach kam jemand aus der Stadt. In der Nähe des Brakschen Hauses, einer Besitzung, die ziemlich einsam hier draußen am Weg lag und von einem großen Garten umgeben wurde, hielt der Schritt an. Ein Windstoß fuhr

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