Erster Teil
Über London lag Nebel. Jener zähe breiige Londoner Nebel, der den frühen Tag zur Nacht machte. Der Rauch aus den Tausenden von Schornsteinen schwamm in den feuchten Schwaden und beizte die Luft. Die Bogenlampen in den Straßen schimmerten wie düster glutende Fackeln. Im Umkreis dieser Lampen nahm der Nebel eine dunkelrote Färbung an – aber zwei, drei Meter weiter wurde das Licht von der Dämmerung verschlungen. In diesem Zwielicht erschienen die Menschen und Fuhrwerke in phantastischen und verschwommenen Umrissen, wie von einem seltsamen Geheimnis umgeben. Die riesenhaften Omnibusse wirkten wie vorsintflutliche Ungeheuer. Das Rattern ihrer Motore klang wie heiseres Bellen. Fast kriechend bewegten sich Fahrzeuge und Fußgänger durch die schwefelgelben Dunstmassen. Um sechs Uhr nachmittags vermochte man keine drei Zentimeter weit zu sehen. Das geschäftige Leben der Riesenstadt erlosch; um neun Uhr abends lag die City wie ausgestorben da. An den Straßenecken wurden Gasflammen und Fackeln entzündet. Wie blutrote Flecken standen ihre Flammen im Nebel. In ihre Regenmäntel gehüllt, verharrten die »Bobbies « auf ihren Posten. Seltsam, fast unwirklich, hoben sich ihre Gestalten aus den dicken Nebelschwaden. Auf der Themse heulten die Sirenen, aber jeder andere Laut der sonst so lärmerfüllten Metropole schien erstickt. Auf der Polizeistation am Gloucester Square, Kensington, schrillte das