Der erste Brief
Mein Herr, niemals übernehme ich etwas mit größerem Vergnügen, als was Sie mir auftragen. Itzt aber fordern Sie fast zuviel, da Sie mir befehlen, Ihnen eine Nachricht von meinem Leben zu erteilen, da ich doch niemals imstande gewesen, etwas auszurichten, welches aufgezeichnet zu werden verdiente. Sie verlangen Kleinigkeiten zu erfahren, auf deren Durchlesung auch die Müßigsten kaum einige flüchtige Augenblicke wenden dürften. Sie fordern von mir, daß ich eine Geschichte entwerfen soll, welche, aller angewandten Mühe ohngeachtet, dennoch ihrem Schicksale nicht wird entfliehen können, daß sie nicht zuletzt den Krämern in die Hände geraten sollte. Es fällt mir gewiß ebenso schwer, etwas zu tun, welches wert wäre, aufgeschrieben zu werden, als etwas abzufassen, welches sich den Beifall der Leser versprechen könnte. Daher habe ich es allemal von mir abgelehnet, sooft man mich angetrieben, diese Kleinigkeiten aufzuzeichnen. Ihr Befehl, mein Herr, ist allein vermögend gewesen, meinen Vorsatz zu ändern. Ich weiß, wie geneigt Sie von mir und meinen Schriften zu urteilen gewohnt sind, und man würde mich mit Recht sehr undankbar nennen, wenn ich mich Dero Verlangen noch ferner widersetzen wollte. Hier ist demnach die von Ihnen längst gewünschte Nachricht von meinem Leben. Wie bald aber wird Ihnen nicht die geringe Wichtigkeit der Dinge, die ich berichte, in die Augen fallen? Wie bald