Vorbericht des Herausgebers
Vorbericht des Herausgebers. Geschrieben im Jahre 1769. Ich hatte vor einigen Jahren Gelegenheit, in einer gewissen Abtey B..... Ordens in S.. Bekanntschaft zu machen, welche, Dank sey dem Genius des zwölften und dreyzehnten Jahrhunderts, der sie dotiert, und dem ökonomischen Geiste, der sie bisher verwaltet hat, reicht genug ist, siebzig bis achtzig wohl genährte Erdensöhne in einem durch verjährte Vorurtheile ehrwürdig gemachten Müßiggang, und in tiefer Sorglosigkeit über alles, was außerhalb ihrer Gerichte und Gebiete vorgeht, zu unterhalten.Zur Steuer der Wahrheit können wir nicht verhehlen, daß seit den 25 Jahren, da alles hier gesagte historische Wahrheit war, auch in dem Reichsstifte, wovon die Rede ist, (so wie in S. überhaupt) die Gestalt der Sachen sich so mächtig geändert hat, das es dem inquisitivsten Reisenden unmöglich seyn würde, das ehmalige Urbild von dem hier aufgestellten Gemählde ausfündig zu machen. Vermöge einer wohl hergebrachten Gewohnheit hat das Kloster einen Bücherschatz, welcher sich mehr durch Weitläufigkeit als gute Einrichtung empfiehlt. Von neuen Büchern werden höchstens nur eine gewisse Art von Kanonisten, Asceten und Ordensgeschichtschreibern angeschafft. Von allen andern, besonders von den Werken des Genies, ist die Rede nicht. Diesen letztern wird der Zutritt gar nicht gestattet: und wofern sich eines derselben durch irgend einen