Chapter

Auf dem Bahnsteig

»Es wird Herbst!« sagte Major Burkhardt und blickte den Studienlehrer fest an mit seinen furchtlosen Soldatenaugen. Er sagte es mit Betonung, als suchte er in seinem Begleiter bestimmte Vorstellungen zu erwecken. »Ja – – ja«, seufzte Professor Hasleitner, »es wird allmählich kalt.« »Und ungemütlich. Kalt und ungemütlich.« Der Major wies auf die Kastanien vor dem Dornsteiner Bahnhofe, deren gelbe Blätter sich fröstelnd zusammenkrümmten. »Um fünf Uhr wird es Nacht. Ein schlecht geheiztes Zimmer. Eine qualmende Lampe. Die Zugeherin bringt lauwarmes Essen aus dem Gasthof. Stellt es unfreundlich auf den Tisch. Das ist Ihr Leben.« Hasleitner hatte ins Weite geblickt, zu dem Walde hinüber, an dessen Fichten der Nebel lange Fetzen zurückließ. Der soldatisch bestimmte Ton des pensionierten Majors weckte ihn auf. »Wie?« fragte er. »Ich sage, Sie müssen heiraten.« Der alte Soldat deutete auf die tiefer gelegene Stadt, deren Häuser behaglich aneinandergerückt waren. »Das ist das Glück!« sagte er. »Eine Frau am Herde, fleißig, um unser Wohl besorgt und stattlich.« Er beschrieb mit der Rechten eine nach rückwärts ausbauchende runde Linie. »Und stattlich!« wiederholte er. Hasleitner sah, wie es weiß und grau und dick und dünn aus vielen Kaminen rauchte, und er schien die Gemütlichkeit des Anblickes zu verstehen. In seine Augen trat ein freundlicher Schimmer, und man konnte glauben, daß er an

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