Ein Wort vom Mehrwert
Ein Wort vom Mehrwert Wir bekamen die Republik. Über Nacht. Die soziale Republik. Aus ferner Ferne lockte der Wundergarten, nun sollen wir ihn kurzerhand, Hals über Kopf, betreten. Die Republik will nicht sozial werden. Es graut ihr vor dem Ideal. Von rechts droht die blutige Präzedenz Lenins. Von links die mechanische Konkurrenz des Westmarktes! In der Mitte Spartakus. Homer singt: Πρόσθε λέον, ὄπιθεν δὲ δράκων, μέσση δὲ χίμαιρα. Vorn Löwe, hinten Drache, inmitt Chimäre. Was rettet? Ein Modewort: Vergesellschaftung. Es wird verständlicher, jedenfalls erträglicher, wenn man es ins Deutsche übersetzt; da heißt es Sozialisierung. Will man ein deutsches Wort mit deutscher Wurzel, so sage man: Gemeindung. Mit dem Wort ist nichts gewonnen, es muß einen Sinn haben. Mit dem Sinn ist nicht viel gewonnen, er muß ein Ziel haben. Was ist das Ziel? Soziale Gerechtigkeit. Worin besteht sie? Es soll keinen übertriebenen Gegensatz zwischen Arm und Reich geben. Es soll keine erbliche und ewige Scheidung von Arm und Reich, Mächtig und Schwach geben. Ist das ein gutes und gerechtes Ziel? Ja, es ist ein gutes und gerechtes Ziel. Wie ist es zu erreichen? Auf dreierlei Weise. Entweder es müssen alle arm sein, oder es müssen alle reich sein, oder es müssen alle wohlhabend sein. Die erste Lösung ist zwecklos, die zweite auf Menschenalter unmöglich, auf die dritte kommt es an. Wie macht man alle