Chapter

Gorch Fock.

Zwanzig Jahre sind vergangen, seit Gorch Fock in der Seeschlacht im Skagerrak sein Leben hingab, und sein Wort »Was wißt ihr von Gorch Fock? Nach meinem Tode sprechen wir uns wieder!« hat sich wunderbar erfüllt. Als er noch lebte, kannten viele seine Bücher, wenige kannten ihn. Wer ihm begegnete, fühlte wohl, daß da ein besonderer Mensch vor ihm stand, aus seinen Augen leuchtete eine wundervolle Klarheit und Reinheit, aber auch etwas Fernes, aus Geheimnisvollem, Unirdischem gespeist: er stand wie auf einem unsichtbaren Postament, eine Stufe höher als die anderen: ein Einzelner, Einsamer, in sich Abgeschlossener. Und dieser Mann, in seinem Leben vielen undurchsichtig und fremd, ist nach seinem Tode tausenden Herzen lebendig geworden - eine weithin leuchtende Fackel. Wie wurde das möglich? Weil wir in ihm das Beispiel eines reinen, guten, großen Menschen haben. Ein Mensch, angekettet in seinem bürgerlichen Leben, eingespannt in engste Grenzen, dennoch freudig seine tägliche Pflicht erfüllend, weil Pflichterfüllung ihm oberstes Gesetz war, aber sich verschließend gegen die Welt, aus Angst, sich zu verschwenden an Nebensächliches und darüber Wesentliches zu versäumen. Ein Mensch, der die Pflicht gegen sich selbst zu höherer Pflicht erhob, nicht aus Hochmut, nicht aus Selbstsucht: aus dem innern Zwang, seine Fähigkeiten und Kräfte zu höchster Wirksamkeit auszugestalten, getrieben

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