Erstes Kapitel
»In sonniger Morgenfrühe, zu dreien, waren sie vom Schwedischen Pavillon aus auf den Wannsee hinausgerudert, hatten sich nach halbstündiger Fahrt durch eine enge Schilfgasse und dann unter der schmalen Brücke des Schwanenwerders hindurchgezwängt, wo das Boot scharf über den flachen Kies knirschte. Nun ließen sie sich mit eingezogenen Riemen auf der breiten Havel treiben, bis sie an dem steilen Wiesenhange des Fichtenwaldes eine Stelle entdeckten, die zum Landen günstig schien. Zwischen den knisternden scharfen Schilfschwertern und den brechenden, dunkelgrünen Binsen hindurch lief der Kahn auf das Land, und sie sprangen alle drei aus, trieben einen Stock in den weichen Sumpfboden, aus dem bei jedem Schritte das Wasser quoll, und befestigten den Kahn daran. Dann keuchten sie die steile, fast ungangbare Böschung hinauf, die mit langwehenden Gräsern, dürr und breit wie Schilfgras, bewachsen war, bis sie in den Wald gelangten, von wo man weit über die Bucht des Großen Fensters hinausblicken konnte, deren Wasser im Sonnenlichte wie im Schmelzkessel zitterndes Silber vibrierte. Unter ein paar schlanken, weißstämmigen Birken suchten sie sich einen schattigeren Platz zum Lagern und warfen sich ermattet vom Rudern auf den Boden, dicht am Hange, so daß sie zugleich die breite Havel und den Wannsee überblicken konnten. Es war mittagsstill im Walde. Nur zuweilen klang aus weiter Ferne der