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Chapter

Die Ley Linien

Die Ley-Linien waren schwächer geworden, erklärte der Älteste des Kreises, ein Mann namens Achatz, dessen Bart so weiß war wie frischer Schnee und dessen Hände beim Sprechen leuchteten — ein sanftes Glimmen unter der Haut, als trüge er Glühwürmchen in seinen Adern. Die Peterskirche hatte einen Riss in ihrem magischen Fundament, und durch diesen Riss sickerte etwas ein, das nicht in diese Welt gehörte. Resi verstand nicht alles, was sie hörte, aber sie verstand genug. Die Magie unter München war wie ein Nervensystem, das die Stadt am Leben hielt, und dieses System war krank. Die Symptome waren subtil — ein Brunnen, der plötzlich versiegte, eine Straßenlaterne, die nie brannte, ein Viertel, in dem die Menschen grundlos traurig wurden — aber sie nahmen zu, und wenn nichts geschah, würde die Stadt daran sterben, langsam und leise. Was Resi nicht verstand, war, warum sie hier war. Sie war eine Kellnerin aus Giesing, nicht eine Hüterin der alten Magie. Aber Achatz sah sie an mit seinen Augen, die so alt waren wie die Kirchtürme, und sagte, dass die Magie sich ihre Träger selbst suchte und dass Resi etwas in sich trug, das seit hundert Jahren in keinem Menschen mehr gelebt hatte.

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