Erstes Buch. Die Beschiessung von Alexandria
»Mein Herr, ich habe Ihnen etwas zu sagen!« »Herrgott im Himmel! Befindet sich denn ein weibliches Wesen – eine englisch sprechende Frau heute nacht hier in dieser gottverlassenen Stadt?« ruft der junge Mann, zu dem sie gesprochen und der sich hastig nach ihr umgewendet hatte. Er betrachtet sie mit staunendem Entsetzen, indem er die Patronen seines Revolvers untersucht, den er fest in der Hand behält. »Ich habe die weite Reise von Europa hierher gemacht, um Ihnen eine Nachricht von größter Wichtigkeit zu bringen.« »Es ist jetzt gar nichts von Wichtigkeit, als die Rettung Ihres Lebens!« »Meines Lebens? Sind wir denn in so großer persönlicher Gefahr?« »Heute nacht findet jeder Europäer und jede Europäerin ihren sicheren Tod in der Stadt. Und Sie hat man im Stich gelassen?« So fragt er überrascht und erstaunt, denn er hat die ungewöhnliche Vornehmheit und Schönheit der Dame, sowie den Reichtum ihrer Kleidung und ihres Schmuckes bemerkt, obwohl sie tiefste Trauer trägt. Auch die Gewohnheit hochmütigen Befehlens, die aus ihrer Haltung spricht, ist ihm nicht entgangen, obgleich sie ihn mit einer sonderbaren, entschuldigenden Demut angesprochen hatte, als ob sie sich eines unbestimmten Etwas wegen vor ihm schäme. »Man hat mich nicht im Stich gelassen!« »Wie kommt es dann aber, um Gotteswillen, daß Sie hier sind?« »Ich sah alle weggehen. Der englische Konsul bestand darauf, ich solle