Kindheit
Moreau schlug mit der Hand in die Luft. Die Bretagne blendete. Mütterliche Güte strich über seine Stirn. Seine Wimpern zitterten. Er wollte weinen. Aber er schlief ein. Hallo! Welch ein Lärm! Zusammenklang der blechernen Trompeten und hölzernen Schwerter. Schreie der kleinen Puppen mit Muschelaugen und grasgrünen Kleidern. Moreau tritt in die Reihe der Geschwister mit einem Papierhelm und einer Haselnußstaude als Degen. Papa blickt über seine Hornbrille von den grauen Akten auf. »Was willst du werden, Victor?« Moreau salutiert: »General.« Man lacht. Soweit man mit einem verstaubten Herzen noch lachen kann. Selbst die Akten lachen. »Sieh da, General! Natürlich General! Madame, hören Sie nur, er will General werden! Der Tausend.« Am Abend gab es Käse zum Diner. Moreau aß keinen Käse. Papa setzt die Hornbrille ab. Seine Augen hängen ihm wie Quallen aus dem Gesicht. Pfui, was für häßliche Augen, denkt Moreau. »Du mußt den Käse essen.« Moreau sah dem Alten starr auf die Stirn: »Nein.« Der Alte nahm die Haselnußstaude, die heute morgen Moreau als Degen gedient hatte. Moreau sprang auf. Ein Puma. Er riß dem Alten den Stock aus der Hand. »Mein Schwert,« schrie er, »mein Schwert.« Dann warf er sich auf den Boden, biß die Zähne in die Diele und blieb die ganze Nacht so liegen. Jeannette ist die Tochter des Bäckermeisters Renoir zu Morlaix. Sie ist gleichaltrig mit Moreau, vierzehn Jahr.