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Der alte Martin brachte den Tee in das Arbeitszimmer des Konsuls. »Das gnädige Fräulein möchte Herrn Konsul sprechen, ehe der gnädige Herr ins Büro geht.« Die hohe, breitschultrige Figur des Konsuls reckte sich, er sah den Diener forschend an. »Was sagte denn meine Tochter, weshalb sie...?« »Das gnädige Fräulein meinte nur, sie müßte Herrn Konsul auf jeden Fall vorher sprechen.« Indem kamen leichte Schritte durch das Nebenzimmer, und zwischen den dunklen Samtportieren erschien die blonde Marion, des Konsuls einzige Tochter. Sie blieb einen Augenblick stehen und sah mit ihren schönen Augen aufmerksam zu ihrem Vater hin. Da spürte er, daß sie ihm wirklich Wichtiges mitzuteilen hatte. Der alte Martin war geräuschlos gegangen; der Konsul breitete seine Arme aus... Dieses Mädchen da war der Mittelpunkt seines Daseins. Er selbst, schon in den Fünfzigern, hatte das Leben genossen; er war reich, besaß Macht und Einfluß, er hätte nicht gewußt, was er sich noch wünschen sollte. Aber diese Tochter, seine Marion, mit ihren einundzwanzig Jahren, war für ihn Einsatz und Gewinn seines Lebens zugleich. Er liebte sie, nicht nur wie Väter ja meistens ihre Töchter lieben – sie war ihm Weib und Kind zugleich. Den Gedanken, sie zu verlieren, dachte er überhaupt nicht aus. Sie war verlobt mit einem Künstler, einem berühmten und wertvollen Menschen, und sie hing gewiß mit Liebe und Leidenschaft an