Erster Aufzug
Erster Auftritt. Xiphares und Arbates. Xiphares. Die Kunde, die uns ward, ist wahr, Arbates: Rom triumphirt, und Mithridat ist todt. Des Vaters viel erprobte Vorsicht täuschend, Griff ihn der Römer Heer bei nächt'ger Zeit Am Euphrat an. Sein Volk zerstreute sich Nach langem Kampf und ließ ihn unter Haufen Gefallener zurück. Ein Krieger, sagt man, Gab in Pompejus' Hand sein Diadem Zugleich mit seinem Schwert. So stirbt ein König, Der vierzig Jahre lang allein die größten Der Feldherrn Roms ermüdete, und der, Im Orient des Glückes Schalen wieder Ins Gleiche bringend, aller Könige Gemeine Sache führt' und alle rächte. Er stirbt und hinterläßt, um ihn zu rächen, Zwei Söhne, die zum Unglück uneins sind. Arbates. Wie, macht der Wunsch, an seiner Statt zu herrschen, Dich deinem eignen Bruder schon zum Feinde? Xiphares. Ach nein, um solchen Preis verlangt mich's nicht Nach dieses unglücksel'gen Reiches Trümmern; Ich weiß, welch Vorrecht ihm das Alter giebt, Und mit den Landen mich begnügend, die Mein Antheil sind, werd' ich in seine Hand Das gerne fallen sehn, was ihm die Freundschaft Der Römer, wie er hofft, verschaffen wird. Arbates. Der Römer? Er, der Sohn des Mithridat? O sage, Herr, ist's wahr? Xiphares. Kein Zweifel, Freund! Pharnazes, lange schon im Herzen Römer, Erwartet Alles jetzt von Rom, vom Sieger, Und ich, dem Vater treuer jetzt, denn je, Fühl' ew'gen Haß im Herzen gegen