Chapter

Mitgiftjäger

Ein furchtbarer, donnerähnlicher Knall erschreckte das ganze Goldeggsche Fabriketablissement. Die ungeheure Detonation überdröhnte das Surren der Räder, das Stampfen und Pfauchen der Maschinen. In dem riesengroßen, weit ausgedehnten Anwesen hielt plötzlich Jedermann in seiner Arbeit inne und lauschte ängstlich. Der Betrieb war erst vor wenigen Minuten nach der Frühstückspause wieder aufgenommen worden, und nun stand plötzlich Alles still; es war, als ob eine höhere Gewalt Halt geboten hätte. Und jetzt bemerkte man, daß dicker Rauch aus dem chemischen Laboratorium drang, welches sich der Chef kürzlich eingerichtet. Er pflegte dort emsig mit Paul Basler, dem chemischen Assistenten, zu arbeiten. Es hieß, sie hätten ein neues Färbeverfahren erfunden. Goldegg hatte sich schon immer besonders für Chemie interessirt und Paul Basler war ein aufstrebendes Talent in diesem Fache. Zertrümmerte Fensterscheiben und ein klaffender Riß in der noch neuen Außenwand des Gebäudes wiesen auf eine Explosion hin. Ein einziger Schreckensschrei erfüllte den weiten Fabrikhof, und der Diener, der jetzt, selbst halb betäubt, sich durch die windschief gerückte Thür herauszwängte, jammerte laut: »Mein armer Herr! Und der arme Paul Basler!« Eine unbeschreibliche Verwirrung hatte sich Aller bemächtigt; das ganze Personal war im Augenblick rathlos. Nur ein Einziger hatte sich schnell gefaßt und ging nun mit

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