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Begegnung in London

Ich überzeuge mich jeden Tag, den ich in den Gerichtshöfen zubringe, daß die Engländer einen Naturtrieb, eine reine Begeisterung zum Gesetzgeben haben; wir Deutsche, in denen die besten Tätigkeiten selten zu einer allgemein geltenden Form gelangen, sollten uns von ihnen die Gesetzgeber, wie die französischen Mamsellen aus Neufchâtel oder wie die Kastraten aus Neapel, erkaufen, haben wir doch dazu die fleißigen Bergleute, die mit ihrem Bergleder die Gänge der Unterwelt durchkriechen, um alles dazu nötige Erz an die ungeduldige Sonne zu bringen. Selbst das flüchtige Vergnügen, das sonst wie eine Feder in der Luft schon von dem Gewichte einer Fliege umschlagen kann, muß sich die strenge Form einer großen, bürgerlichen Ordnung gefallen lassen, wenn es in England geduldet werden will; die Langeweile, die sich sonst wohl verschweigen, aber nicht verbergen läßt, läßt sich auf diesem Wege sehr gut dahinter verstecken. Der Zeremonienmeister in den Bädern, die ängstliche Übereinstimmung im Erscheinen der jüngsten Leute fällt dem Fremden sehr auf, der sie, nach dieser strengen Erziehung zu Hause, im Auslande wie im Tummelplatze ihres Mutwillens gesehen. Sah ich doch in der katholischen Kirche zu Dresden junge Lords ihre schmutzigen, gestiefelten Beine auf das Pult für die Gesangbücher legen, bis endlich die riesenhaften, graugelben Kirchendiener sie mit ihren Stäben berührten. Damit

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