Chapter

Miß Harriet

Wir fuhren zu sieben, vier Damen und drei Herren, von denen einer neben dem Kutscher auf dem Bock Platz genommen hatte. Im Schritt zogen uns die Pferde die große Steigung hinan, die die Straße in Kehren überwand. Bei Tagesanbruch waren wir aus Étretat fortgefahren, um die Minen von Tancarville zu besehen. Wir schliefen alle noch halb. Die Morgenkühle lahmte uns. Am müdesten waren die Damen, die solch frühes Aufstehen nicht gewöhnt. Alle Augenblicke fielen ihnen die Augen zu, der Kopf sank zur Seite oder sie gähnten, ohne von der Schönheit des Morgens etwas zu ahnen. Es war Herbst. Zu beiden Seiten des Weges dehnten sich kahle Flächen. Gelb leuchteten die Haferfelder herüber, wie die Stoppeln eines unrasierten Bartes. Nebel krochen hin als dampfte die Erde. Lerchen schmetterten hoch oben in den Lüften und die Vögel sangen in den Büschen ihr Morgenlied. Endlich ging gerade vor uns rotglühend am Horizont die Sonne auf. Und je höher sie stieg von Minute zu Minute, desto mehr schien die Landschaft zu erwachen, zu lächeln und wie ein Mädchen, das dem Bett entsteigt, ihr weißes Nachtgewand abzuwerfen. Graf d'Étraille, der auf dem Bock saß, rief: – Ein Hase. Dabei deutete er mit dem Arm nach links auf ein Kleefeld. Das Tier floh und man sah nur noch seine langen Löffel über das Grüne huschen. Dann wechselte der Hase auf ein Ackerfeld hinüber, ging wie wahnsinnig davon, schlug einen

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