Altväterliche Gutsbesitzer
Sehr liebe ich das bescheidene Leben jener einsamen Besitzer abgelegener Gutshöfe, die man in Kleinrußland gewöhnlich »altmodisch« nennt und deren baufällige malerische Häuschen schön sind gerade durch ihre Einfachheit und ihren ausgesprochenen Gegensatz zu einem neuen Gebäude, dessen Wände noch nicht der Regen durchwusch, dessen Dach noch nicht grünes Moos bedeckt und dessen Eingang noch nicht seinen Verputz verlor und seine roten Ziegel zeigt. Bisweilen liebe ich es, mich auf einen Augenblick in die Sphäre dieses ungewöhnlich einsamen Lebens zu verlieren, wo kein einziger Wunsch hinüberfliegt über den Zaun, der das kleine Höfchen umgibt, über die Hecke des Gartens, der ganz voll ist von Apfel- und Pflaumenbäumen, und über die Dorfhütten, die ihn umgeben und sich längst zur Seite neigten, beschattet von Weiden, Holunder und Birnbäumen. Das Leben dieser bescheidenen Gutsbesitzer ist so still, so still, daß man sich auf einen Augenblick vergißt und glaubt: die Leidenschaften, die Begierden und die unruhigen Ausgeburten des bösen Geistes, welche die Welt verwirren, seien überhaupt nicht vorhanden, und man habe sie nur erschaut in einem leuchtenden schimmernden Traumgesicht. Von dorther erblicke ich auch das niedrige Häuschen mit der Galerie aus kleinen, schwarz gewordenen hölzernen Säulchen, die das ganze Gebäude umgeben, damit man während eines Gewitters oder Hagels die