I
Am Rande des Olivenhaines, mit dem das Städtchen Manosque sich gegen das flache Land gürtete, schritt Mirabeau auf und nieder. Trotz der südlich sengenden Hitze des Maitages lief er mit hastigen gehetzten Schritten von einem Ende des Wäldchens zum anderen. Der Mann glühte und dampfte in innerem Aufruhr, dicke Schweißtropfen sickerten aus dem dichten Haare hervor, rieselten über das pockennarbige wuchtige Gesicht. Er spürte es nicht. Seine Gedanken siedeten. Er wandelte in den Wehen seiner ersten ernsthaften literarischen Arbeit. Ein Posaunenruf sollte sie werden! Ein Fanfarenstoß, daß die Perücken wackelten. Eine Kampfansage an die Regierung und ihre Mißbräuche. »Über den Despotismus.« So sollte sie heißen. Die Gedanken überstürzten sich. Die Hände gestikulierten in der flimmernden Luft. Die Grundlagen dieser Regierung wollte er angreifen. Wilde Schmähungen gurgelten in ihm auf, gewaltige bombastische Phrasenklötze ballten sich in seinem Hirn zusammen. Die Willkür dieses Regierungssystems wollte er niederschmettern, ihre selbstmörderische Finanzverwaltung, ihre ruchlose Rechtlosigkeit – ja, diese Rechtlosigkeit! Wer war dazu vom Schicksal hehrer berufen als er, er, der mit seinen Fünfundzwanzig seit fast zehn Jahren ein Opfer dieser gesetzlosen Regierungswillkür war?! Eine lettre de cachet nach der andern hatte ihn von Gefängnis zu Gefängnis gehetzt. Im Jahre 1765, mit sechzehn