Minna von Barnhelm
Just. Schurke von einem Wirte! Du, uns? – Frisch, Bruder! – Schlag zu, Bruder! (Er holt aus und erwacht durch die Bewegung.) Heda! schon wieder? Ich mache kein Auge zu, so schlage ich mich mit ihm herum. Hätte er nur erst die Hälfte von allen den Schlägen! – Doch sieh, es ist Tag! Ich muß nur bald meinen armen Herrn aufsuchen. Mit meinem Willen soll er keinen Fuß mehr in das vermaledeite Haus setzen. Wo wird er die Nacht zugebracht haben? Wirt. Guten Morgen, Herr Just, guten Morgen! Ei, schon so früh auf? Oder soll ich sagen: noch so spät auf? Just. Sage Er, was Er will. Wirt. Ich sage nichts als »Guten Morgen«; und das verdient doch wohl, daß Herr Just »Großen Dank« darauf sagt? Just. Großen Dank! Wirt. Man ist verdrießlich, wenn man seine gehörige Ruhe nicht haben kann. Was gilt's, der Herr Major ist nicht nach Hause gekommen, und Er hat hier auf ihn gelauert? Just. Was der Mann nicht alles erraten kann! Wirt. Ich vermute, ich vermute. Just (kehrt sich um und will gehen). Sein Diener! Wirt (hält ihn). Nicht doch, Herr Just! Just. Nun gut; nicht Sein Diener! Wirt. Ei, Herr Just! ich will doch nicht hoffen, Herr Just, Daß Er noch von gestern her böse ist? Wer wird seinen Zorn über Nacht behalten? Just. Ich; und über alle folgende Nächte. Wirt. Ist das christlich? Just. Ebenso christlich, als einen ehrlichen Mann, der nicht gleich bezahlen kann, aus dem Hause stoßen, auf die