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Vorwort

Michelangelos Gedichte In deutscher Übersetzung von Henry Thode Frau Baronin Angela von Wulf Ronneburg geb.Lante della Rovere In tiefer Verehrung Der meinem Werke: »Michelangelo und das Ende der Renaissance« (G. Grote 1912) zu Grunde gelegte Plan bedingte für die eingehende Darstellung der Gedankenwelt des Meisters eine Mittheilung von Dessen Gedichten. Vor die Frage gestellt, ob ich die früheren, Sophie Hasenclever (Leipzig 1875) und Walter Robert Tornow (Berlin 1896) verdankten deutschen Übersetzungen verwerthen könne, musste ich einsehen, dass diese, so vortrefflich jede in ihrer Art sein mag, meiner Absicht, den Künstler in möglichst unmittelbarer und unverfälschter Weise zu dem Leser reden zu lassen, nicht entsprachen. Dies konnte erreicht werden nur, wenn alle die Veränderungen, die bei gereimten Übersetzungen von Gedichten dieses Charakters sich nothwendig ergeben, vermieden wurden. So entschloss ich mich, sie meinerseits aufs neue in unsere Sprache zu übertragen und zwar, mit Aufgeben des Reimes, in einer bloss rhythmischen Form. So gewagt ein solches Unterfangen, zumal bei den gerade durch verschlungene Reimbeziehungen ausgezeichneten Formen des Sonettes, des Madrigales und der Stanzen, mir erscheinen musste, glaubte ich doch den Mangel musikalisch harmonischer Wirkung einigermaassen durch den Klang der Worte an sich und durch den Wechsel von männlichen und weiblichen

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