I. In der Ebene
Nachdem Olivier und Dominique den Rancho verlassen hatten, ritten sie lange schweigend neben einander; der Abenteurer schien in tiefe Gedanken verloren und der Vaquero war trotz seiner scheinbaren Sorglosigkeit ebenfalls nachdenklich. Dominique oder Domingo – je nachdem man ihm seine französische oder spanische Bedeutung beilegen will – dessen äußeres Portrait wir bereits in einem früheren Capitel geschildert haben, war in moralischer Beziehung eine seltsame Mischung von guten und bösen Instincten; wir müssen jedoch hinzufügen, daß die guten fast immer überwiegend waren. Das herumirrende Leben, welches er mehre Jahre unter den wilden Indianern der Prairien geführt, hatte bei ihm, außer einer großen körperlichen Kraft, eine unglaubliche Willensstärke und Energie des Characters entwickelt, verbunden mit dem Muth eines Löwen und einer Schlauheit, die zuweilen an Falschheit grenzte. Listig und mißtrauisch wie ein Comanche, hatte er in das civilisirte Leben alle Erfahrungen der Waldläufer übertragen; indem er sich niemals, selbst nicht durch die unvorhergesehensten Ereignisse überraschen ließ, sondern den forschendsten Blicken ein gleichgültiges Gesicht zeigend, eine naive Gutmüthigkeit zur Schau trug, durch welche selbst die gescheidtesten Leute getäuscht wurden. Damit vereinigte er meistens eine seltene Offenheit, einen unbegrenzten Edelmuth, eine Weichheit des Herzens, daß er für