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Vorwort und Die Hetären des Altertums

Was Goethe von Shakespeares Dramen gesagt hat, kann man auch auf Scherrs »Menschliche Tragikomödie« anwenden: »Man glaubt vor den aufgeschlagenen ungeheuren Büchern des Schicksals zu stehen, in denen der Sturmwind des bewegtesten Lebens saust und sie mit Gewalt rasch hin und wider blättert.« Der bedeutende Geschichtsforscher schildert seltsame Menschen und seltsame Begebenheiten, aber nicht in der Weise eines Pitaval, der mit der Freude des Kriminalisten berühmte Rechtsfälle zerfasert, auch nicht in der Art des einst vielgelesenen Bülau, der das Rätselhafte um seiner selbst willen bevorzugte, sondern in der ausgesprochenen Absicht, der Wahrheit zu dienen, der Nation einen Spiegel vorzuhalten und sie vor falschen Propheten zu warnen. Das Werk, das eine Fülle von geschichtlichem Stoffe birgt, könnte dem oberflächlichen Betrachter als ein Sammelsurium erscheinen. Wer sich aber näher mit ihm beschäftigt, wird bald eine innere Einheit gewahren. Diese Essais – das Fremdwort, das etwas mehr besagt als das deutsche Wort »Versuche«, ist hier durchaus am Platze – sind ohne Ausnahme Kundgebungen eines Gelehrten, der, um Scherrs eigene Kennzeichnung Fichtes zu wiederholen, »nicht nur ein solcher, sondern auch ein Mann gewesen ist, ein Charakter von echtem Metall« (II, S. 197). Ja, er war ein echter Mann, der kernige Schwabe Johannes Scherr, der 1849 um seiner Überzeugung willen Deutschland

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