Vorwort
Wir behalten die in Deutschland eingebürgerte Schreibweise des Namens Krapotkin bei, obwohl Kropotkin der russischen Aussprache des Namens näher kommen dürfte. Die Selbstbiographie großer Geister hatte in früheren Zeiten gemeinhin einen dieser drei Typen: So sehr irrte ich vom rechten Weg ab; so wurde ich bekehrt. (St. Augustinus.) So schlecht war ich; wer aber wagte sich besser zu nennen! (Rousseau.) So formte sich langsam von innen heraus und durch die Gunst der Umstände ein Genie. (Goethe.) Unter allen diesen Formen der Selbstdarstellung ist der Verfasser wesentlich mit sich selbst beschäftigt. Im jetzigen Jahrhundert pflegt die Selbstbiographie hervorragender Persönlichkeiten sich nach einem der beiden folgenden Muster zu gestalten: So talentvoll und von so einnehmendem Wesen war ich, solche Anerkennung und Bewunderung fand ich. (Johanne Louise Heiberg.) Oder: So talentvoll und liebenswürdig war ich; so verkannt wurde ich, und so harte Kämpfe hatte ich zu bestehen, ehe ich die Krone der Berühmtheit errang. (H. C. Andersen.) In diesen zwei Arten der Lebensbeschreibung befaßte der Verfasser sich vornehmlich damit, was seine Mitmenschen von ihm gedacht und gesagt haben. Der Verfasser der vorliegenden Selbstbiographie ist nicht von dem Gedanken an seine Gaben erfüllt, schildert auch nicht das Ringen nach deren Anerkennung, noch weniger zeigt er sich um das Urteil der Welt